Leif Frenzel
Brandom und Sellars über materiale Schlußfolgerungsregeln
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Das Ziel von Robert Brandoms Making It Explicit ist es, die Rationalität menschlicher Praktiken im Lichte der paradigmatischen Art von rationaler Praxis, nämlich der Sprachverwendung, einsichtig zu machen. Kennzeichnend für Brandoms Theorie ist die enge Verbindung einer Theorie der Bedeutung sprachlicher Ausdrücke (Semantik) mit einer Theorie der Sprachverwendung (Pragmatik). Brandoms Bedeutungstheorie ist um den Begriff der Schlußfolgerung [inference] herum angelegt (im Unterschied zu dem üblichen Fokus auf dem Begriff der Wahrheit). Mein Aufsatz konzentriert sich auf ein zentrales Element dieser inferentiellen Semantik: materiale Schlußregeln [material rules of inference], also Regeln für Übergänge von einem Satz zum nächsten, bei denen die Korrektheit des Übergangs nicht von der logischen Form der Sätze, sondern von der Bedeutung der in diesen Sätzen vorkommenden sprachlichen Ausdrücke abhängt. Brandom zufolge sind materiale Schlußregeln unabdinglich für eine inferentielle Bedeutungstheorie; diese Unabdinglichkeit folgt aus dem engen Zusammenhang von Semantik und Pragmatikin in seinem Theoriengefüge. Brandom beruft sich zur Begründung dieses Theorems auf Argumente von Wilfrid Sellars, die ausführlich dargestellt und kritisiert werden (auch Brandoms Verwendung des Sellars-Argumente wird kritisiert). |
Document date: 18 Mar 2002