Leif Frenzel
Kafka: Gleichnis und Paradox
(Diese Arbeit ist eine geringfügig überarbeitete Version meiner B.A.-Arbeit, 2000 geschrieben.)
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Die Arbeit beschäftigt sich mit einer bestimmten Art von Kafkas Prosatexten, am Beispiel von Über Gleichnisse. In der Forschungsliteratur werden diese Texte vorwiegend als selbstinterpretierend und sich selbst ad absurdum führend aufgefaßt: Der gängigen Meinung zufolge behauptet ein solcher Text die generelle Unmöglichkeit, Texte zu interpretieren und zu verstehen, und beweist damit (weil dies wiederum selbst eine Interpretation eines Textes, nämlich eine Interpretation seiner selbst ist) für sich selbst, daß er unmöglich interpretiert werden kann. Demnach ist er paradox (und zwar nicht nur paradox in einem weiten Sinn, nach dem alles Verwirrende und Ungwöhnliche paradox genannt werden kann, sondern in einem starken Sinn, nach dem Paradoxie gleichbedeutend mit Selbstwidersprüchlichkeit ist). Dieser Ansatz wird von zwei unterschiedlichen Richtungen her kritisiert: zunächst wird die Vorstellung eines selbst-interpretierenden Textes als inkohärent erwiesen; darüber hinaus wird ein Vorschlag zur Interpretation derartiger Texte gemacht, welcher der interpretatorischen Schwierigkeit Rechnung trägt, es jedoch nicht nötig macht, sie als paradox abzustempeln. Die Perspektive wird schließlich auf weitere Texte Kafkas erweitertert, die als ein zusätzliches strukturelles Charakteristikum eine Pointe aufweisen (u.a. anhand des berühmtesten Beispiels für diese Art von Texten: "Vor dem Gesetz"'). |
Document date: 8 Dec 2001